Weltgebetstag
Steht auf für Gerechtigkeit
Liturgie aus Malaysia
Wie lässt sich ein Staat regieren, dessen zwei Landesteile - getrennt durch das Südchinesische Meer - über 500 Kilometer auseinander liegen? Ein Land, dessen rund 27 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben. Mit Kontrolle, mit Reglementierungen, mit Religion? Die Regierung des südostasiatischen Landes Malaysia versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Immer wieder kommt es jedoch zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch instrumentalisierten Konflikten.
Malaysia könnte zauberhaft sein: Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebenen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und Bergen bis 4000 Meter versucht es mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit.
Habakuk, der in seiner Klage - auch gegen Gott - heftig austeilen kann, ermutigt die Christinnen, auch ihrerseits im Gebet ihre Klagen Gott vorzutragen. „Wir sehen, dass unterschiedliche Auffassungen im politischen und religiösen Bereich mit Gewalt unterdrückt werden. Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit werden zum Schweigen gebracht. Korruption und Gier bedrohen deinen Weg der Wahrheit, Gott.“ Darf eine Frau so mutig und offen in den politischen Raum hineinreden? Das Bild von der „stumm leidenden malaysischen Frau“, das nicht nur in Männerköpfen immer noch gültig ist, trauen sich die Weltgebetstagsfrauen im Gebet zu widerlegen. Weltweit wollen sie alle Christinnen und Christen am 2. März 2012 aufrufen, aufzustehen für Gerechtigkeit. Ermutigt durch die Zusage Jesu, die sie sechsmal in ihrer Liturgie wiederholen: Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden.
Renate Kirsch
Am Freitag, 2. März 2012 feiern wir zusammen mit den Frauen von St. Michael in der Kreuzkirche die Liturgie des Weltgebetstages der Frauen.
Wir treffen uns um 19:00 Uhr in der Kreuzkirche Gotanda zum Gottesdienst.
Anschließend essen wir gemeinsam zu Abend mit Gerichten aus Malaysia.
Während des Essens werden wir Ihnen Informationen zum Land Malaysia (Geschichte, Politik, Wirtschaft, kirchlich-religiöses Leben, Situation der Frauen) präsentieren.
Wer sich an der Vorbereitung beteiligen möchte:
Wir treffen uns am Dienstag, 28. Februar um 10:00 Uhr in der Kreuzkirche.
Herzliche Einladung
Ihre
Elisabeth Hübler-Umemoto und Vera Markert
Es wäre sehr schön, wenn Sie sich hier anmelden.
Abbildung: „Justice“, Hanna Cheriyan Varghese. Bildrechte Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.
Weitere Informationen auf der Weltgebetstags-Homepage.
